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    Schottlands Unabhängigkeit: Fakten statt Meinung

    Die offene Frage

    Schottlands Unabhängigkeit ohne Wertung erklärt: Referendum 2014 mit 55,3 % Nein, Urteil des Supreme Court 2022 und was das Parlament 2026 beschlossen hat.

    Wissen · Romana und Florian HießLesezeit 2 Min.aktualisiert 07.10.2026

    Plenarsaal des Schottischen Parlaments mit Holzdecke
    Kurz gesagt

    Ein neues Referendum braucht nach dem Urteil von 2022 die Zustimmung der britischen Regierung, die schottische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt.

    • 2014: 55,3 % Nein, 44,7 % Ja.
    • 2022: Supreme Court verneint Alleingang.
    • 2026: Parlament fordert Section-30-Order.
    Referendum 2014
    55,3 % NeinBeteiligung 84,6 %
    Supreme Court
    23.11.2022kein Referendum ohne Zustimmung aus London
    Parlament 2026
    72 zu 55Forderung nach Section-30-Order

    Schottlands Unabhängigkeit ist seit Jahren eine der großen politischen Fragen im Land. 2014 stimmten 55,3 % dagegen. 2022 entschied der Supreme Court, dass das schottische Parlament ein neues Referendum nicht allein beschließen kann. 2026 forderte das Parlament die britische Regierung auf, ihm diese Befugnis zu übertragen. Wir sind eine Familie aus Österreich, die gern nach Schottland reist, und keine Politikexpert:innen. Deshalb bekommst du hier die Fakten, ohne Wertung. Nachgesehen haben wir am 07.10.2026.

    Das Parlament seit 1999

    Ein eigenes Parlament hat Schottland seit 1999, nachdem das alte 1707 geschlossen worden war, mehr dazu in der Geschichte Edinburghs. Die erste Wahl fand am 6. Mai 1999 statt, am 1. Juli 1999 eröffnete die Queen das Parlament in der Hauptstadt mit voller Gesetzgebungsbefugnis. Wie Schottland, England und das Vereinigte Königreich zusammenhängen, erklären wir unter Schottland, England und UK.

    Das Referendum 2014

    Am 18. September 2014 stimmte Schottland über die Frage ab: „Should Scotland be an independent country?“ 2.001.926 Menschen stimmten mit Nein, das sind 55,3 %, und 1.617.989 mit Ja, 44,7 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 84,6 %. Erstmals durften 16- und 17-Jährige abstimmen. Edinburgh stimmte mehrheitlich mit Nein, Glasgow mit Ja. Wie Schottland zwei Jahre später beim EU-Referendum abstimmte, erzählen wir unter Schottland und die EU.

    Das Urteil des Supreme Court 2022

    Am 23. November 2022 entschied der Supreme Court einstimmig: Ohne eine Änderung der dem britischen Parlament vorbehaltenen Bereiche darf das schottische Parlament kein Unabhängigkeitsreferendum beschließen. Betroffen sind die Union mit England und das britische Parlament. Zur politischen Frage, ob Schottland unabhängig werden soll, äußerte sich das Gericht ausdrücklich nicht. Das Referendum 2014 war möglich, weil 2013 eine Order in Council nach section 30 des Scotland Act die Befugnis übertragen hatte.

    Was 2026 geschah

    Am 26. Mai 2026 nahm das schottische Parlament mit 72 zu 55 Stimmen einen Antrag von First Minister John Swinney an. Er fordert die britische Regierung auf, mit einer Section-30-Order die Befugnis für ein Referendum zu übertragen. Dafür stimmten SNP und Greens, dagegen Labour, Reform UK, Conservatives und Liberal Democrats. Am 28. August 2026 veröffentlichte die schottische Regierung den Entwurf eines Referendumsgesetzes, der erst eingebracht werden soll, wenn die Befugnis vorliegt. Wie die britische Regierung 2026 dazu steht, haben wir an keiner Primärquelle prüfen können, deshalb lassen wir es offen.

    Häufige Fragen

    Unabhängigkeit: häufige Fragen

    Wie ist das Referendum 2014 ausgegangen?

    Das Referendum 2014 ging mit einer Mehrheit gegen die Unabhängigkeit aus. Am 18. September 2014 stimmten 55,3 % mit Nein und 44,7 % mit Ja, bei einer Wahlbeteiligung von 84,6 %. Wahlberechtigt waren 4.283.938 Menschen, erstmals auch 16- und 17-Jährige.

    Darf Schottland ein neues Referendum abhalten?

    Nicht ohne Zustimmung aus London. Nach dem Urteil des Supreme Court vom 23. November 2022 kann das schottische Parlament ein Referendum nur beschließen, wenn die vorbehaltenen Bereiche geändert werden, etwa durch eine Order in Council. 2013 war das für das Referendum 2014 geschehen.

    Was hat das schottische Parlament 2026 beschlossen?

    Am 26. Mai 2026 forderte das schottische Parlament die britische Regierung mit 72 zu 55 Stimmen auf, eine Section-30-Order zu erlassen und ihm so die Befugnis für ein Referendum zu übertragen. Im August 2026 legte die schottische Regierung einen Gesetzentwurf mit Frage und Wahlberechtigten vor.

    Was ist eine Section-30-Order?

    Eine Section-30-Order ist eine Anordnung nach section 30 des Scotland Act, mit der Befugnisse vom britischen auf das schottische Parlament übertragen werden können. Eine solche Order ermöglichte 2013 das Referendum von 2014. Ob es eine neue gibt, entscheidet die britische Seite.

    Seit wann hat Schottland ein eigenes Parlament?

    Seit 1999. Die erste Wahl fand am 6. Mai 1999 statt, die erste Sitzung am 12. Mai, und am 1. Juli 1999 eröffnete die Queen das Parlament. Das frühere schottische Parlament war 1707 mit den Acts of Union geschlossen worden.

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