Schottlands Unabhängigkeit ist seit Jahren eine der großen politischen Fragen im Land. 2014 stimmten 55,3 % dagegen. 2022 entschied der Supreme Court, dass das schottische Parlament ein neues Referendum nicht allein beschließen kann. 2026 forderte das Parlament die britische Regierung auf, ihm diese Befugnis zu übertragen. Wir sind eine Familie aus Österreich, die gern nach Schottland reist, und keine Politikexpert:innen. Deshalb bekommst du hier die Fakten, ohne Wertung. Nachgesehen haben wir am 07.10.2026.
Das Parlament seit 1999
Ein eigenes Parlament hat Schottland seit 1999, nachdem das alte 1707 geschlossen worden war, mehr dazu in der Geschichte Edinburghs. Die erste Wahl fand am 6. Mai 1999 statt, am 1. Juli 1999 eröffnete die Queen das Parlament in der Hauptstadt mit voller Gesetzgebungsbefugnis. Wie Schottland, England und das Vereinigte Königreich zusammenhängen, erklären wir unter Schottland, England und UK.
Das Referendum 2014
Am 18. September 2014 stimmte Schottland über die Frage ab: „Should Scotland be an independent country?“ 2.001.926 Menschen stimmten mit Nein, das sind 55,3 %, und 1.617.989 mit Ja, 44,7 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 84,6 %. Erstmals durften 16- und 17-Jährige abstimmen. Edinburgh stimmte mehrheitlich mit Nein, Glasgow mit Ja. Wie Schottland zwei Jahre später beim EU-Referendum abstimmte, erzählen wir unter Schottland und die EU.
Das Urteil des Supreme Court 2022
Am 23. November 2022 entschied der Supreme Court einstimmig: Ohne eine Änderung der dem britischen Parlament vorbehaltenen Bereiche darf das schottische Parlament kein Unabhängigkeitsreferendum beschließen. Betroffen sind die Union mit England und das britische Parlament. Zur politischen Frage, ob Schottland unabhängig werden soll, äußerte sich das Gericht ausdrücklich nicht. Das Referendum 2014 war möglich, weil 2013 eine Order in Council nach section 30 des Scotland Act die Befugnis übertragen hatte.
Was 2026 geschah
Am 26. Mai 2026 nahm das schottische Parlament mit 72 zu 55 Stimmen einen Antrag von First Minister John Swinney an. Er fordert die britische Regierung auf, mit einer Section-30-Order die Befugnis für ein Referendum zu übertragen. Dafür stimmten SNP und Greens, dagegen Labour, Reform UK, Conservatives und Liberal Democrats. Am 28. August 2026 veröffentlichte die schottische Regierung den Entwurf eines Referendumsgesetzes, der erst eingebracht werden soll, wenn die Befugnis vorliegt. Wie die britische Regierung 2026 dazu steht, haben wir an keiner Primärquelle prüfen können, deshalb lassen wir es offen.






