Beim Falls of Dochart Smokehouse in Killin wussten wir im Juli 2022 schon beim Öffnen der Autotür, dass wir richtig sind, so sehr roch es nach Rauch. Wir bestellten eine Tasting-Platte mit heiß und kalt geräuchertem Lachs, und alle vier waren begeistert. Schottland Essen heißt genau das: Hafer, Fleisch, Fisch und Milchprodukte, herzhaft und bodenständig, dazu Meeresfrüchte aus kalten Gewässern und Rind und Lamm von den Weiden. Hier stellen wir dir über 20 Gerichte vor, vom Frühstück bis zum Nachtisch, dazu die geschützten Spezialitäten und was in Schottland getrunken wird. Nachgesehen haben wir am 28.09.2026.
Was isst man in Schottland?
In Schottland isst man herzhafte, wärmende Gerichte, für die Fleisch, Fisch, Hafer und Milchprodukte die Grundlage bilden, zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Was isst man in Schottland als Nationalgericht? Den Haggis, traditionell mit Kartoffelbrei, Steckrüben und Whiskysauce. Unseren ersten haben wir 2022 im Clachaig Inn im Glen Coe probiert, die ganze Geschichte steht auf der Seite zum Haggis.
Der Grund für diese Küche liegt draußen vor der Tür: Küsten mit klarem Wasser, Hügel und fruchtbare Böden. Daraus kommen Aberdeen-Angus-Rind aus dem Nordosten, Wild wie Hirsch, Moorhuhn und Fasan, Beeren aus Fife und Kartoffeln aus Ayrshire. Viele Restaurants kochen mit Zutaten aus der Region, du isst die Produkte also dort, wo sie herkommen. Und wenn du kein Fleisch isst: Edinburgh zählt zu den veganfreundlichsten Städten im Vereinigten Königreich, mehr dazu unter vegetarisch und vegan.
Frühstück: Porridge und Full Scottish
Das Frühstück ist in Schottland ein eigenes Kapitel. Porridge gehört seit etwa 600 n. Chr. zur Ernährung des Landes. Traditionell kochte man ihn aus gemahlenem Hafer mit Wasser oder Milch und rührte ihn mit einem Spurtle um, einem hölzernen Rührstab. In Carrbridge gibt es sogar jedes Jahr eine Weltmeisterschaft im Porridgekochen.
Magst du es herzhafter, bestell ein Full Scottish Breakfast: Eier, Speck, Würstchen, gebackene Bohnen, Tattie Scones, Toast und wahlweise Haggis oder Black Pudding. Ein Buffet, wie wir es aus Hotels in Österreich kennen, haben wir in Schottland selten erlebt. In unserem Hotel in South Queensferry haben wir im August 2024 à la carte bestellt, und alles kam frisch aus der Küche.
Einige Begriffe brauchen eine Erklärung. Die Lorne Sausage ist eine eckig geschnittene Wurst aus Hackfleisch, oft im Frühstücksbrötchen. Tattie Scones sind weiche Fladen aus Kartoffelpüree, Mehl und Butter. Black Pudding ist Blutwurst, die es zu jeder Tageszeit gibt.
Suppen und Hauptgerichte
Suppen sind das Rückgrat der schottischen Küche. Scotch Broth wird aus Gerste, Wurzelgemüse und Hammel- oder Lammfleisch gekocht. Cock-a-leekie ist eine kräftige Brühe aus Huhn und Lauch, gebunden mit Gerste oder Reis.
Bei den Hauptgerichten stehen Stovies ganz oben, ein Eintopf aus Kartoffeln, Zwiebeln und Fleischresten, den es auch vegetarisch gibt. Mince and Tatties ist Rinderhack in Soße mit Karotten und Zwiebeln, dazu Kartoffelbrei. Die Steak Pie ist gewürfeltes Rindfleisch unter Blätter- oder Mürbeteig, die Scotch Pie eine kleinere Fleischpastete.
Das ist Essen für kalte, nasse Tage, und die gibt es in Edinburgh reichlich: Im Mittel regnet es dort an 128 Tagen im Jahr, und im Dezember liegt der Tageshöchstwert bei 7,3 °C. Eine Schale Scotch Broth oder ein Teller Stovies ist dann genau richtig. Mehr zum Wetter steht unter Wetter und Klima.
Fisch und Meeresfrüchte
Fisch und Meeresfrüchte spielen eine große Rolle, weil Schottland von Meer umgeben ist. Lachs, Forelle, Austern und Langustinen kommen hier frisch auf den Tisch, und über zwei Drittel der Langustinen der Welt stammen aus Schottland. Schottischer Lachs war sogar das erste ausländische Produkt mit dem französischen Qualitätssiegel Label Rouge.
Die Arbroath Smokies sind ein Klassiker: Schellfisch, paarweise zusammengebunden und über Hartholz heiß geräuchert, bis er golden bis kupferfarben ist. Geräucherter Schellfisch steckt auch im Cullen Skink, einer cremigen Suppe aus Räucherfisch, Kartoffeln und Zwiebeln, die aus Moray stammt.
Und dann ist da Fish and Chips, oft „fish supper“ genannt. Der Fisch ist in Schottland meist Schellfisch, frisch gefangen, dazu kommen lockere Pommes. Bei uns gehört eine Portion zu jeder Reise, im Advent 2023 gleich am ersten Abend im Thirty Knots in South Queensferry. Und wenn du dich traust: Auf der Royal Mile haben wir 2022 einen Fish-and-Chips-Laden gefunden, der Mars-Riegel frittiert. Wir haben einen geteilt, und er war echt lecker. 😅
Dazu kommen handgetauchte Jakobsmuscheln und Hummer. Schottischer Hummer steht allein in Tokio auf den Karten von über 20 Restaurants mit Michelin-Stern.
Süßes und Gebäck
Beim Nachtisch wird es süß und oft auch beschwipst. Cranachan besteht aus Himbeeren, gerösteten Haferflocken, Honig und Sahne mit Whisky. Clootie Dumpling ist ein gedämpfter Früchtepudding, den es zu Burns Night oder Hogmanay gibt.
Zum Tee gibt es Gebäck. Shortbread ist ein Butterkeks, Dundee Cake ein Früchtekuchen mit Kirschen, Sultaninen und Mandeln. Tablet ist ein berühmt süßes Konfekt aus Zucker, Kondensmilch und Butter. Oatcakes sind herzhafte Haferkekse, die du zu Käse, Suppe oder Räucherfisch isst.
Aus dem Nordosten kommen die Butteries, eine Art Brötchen aus Aberdeenshire, und das Selkirk Bannock zählt zu den regionalen Broten, die gern zu Tee oder Kaffee auf den Tisch kommen.
Schottland Essen mit Herkunft: geschützte Spezialitäten
Einige schottische Produkte tragen eine geschützte geografische Angabe. Sie müssen auf festgelegte Weise und in einem bestimmten Gebiet hergestellt werden, damit sie den Namen tragen dürfen. Dazu zählen Stornoway Black Pudding, Traditional Ayrshire Dunlop, ein Käse, Orkney Scottish Island Cheddar, Scotch Beef und Scotch Lamb und Scotch Whisky.
Für dich heißt das: Steht einer dieser Namen auf der Karte, weißt du, woher das Produkt kommt. Und am besten schmeckt es in der Region, aus der es stammt. Wer gezielt genießen will, folgt einer der Genussrouten, etwa dem Arbroath Smokie Trail, einem Käse-Trail oder dem Malt Whisky Trail.
Was trinkt man in Schottland?
Getrunken wird in Schottland vor allem Whisky, dem Nationalgetränk widmen wir eine eigene Seite zum schottischen Whisky. Über 150 Brennereien gibt es im Land.
Daneben hat Schottland eine lange Brautradition. 1970 gab es nur 11 Brauereien, heute sind es über 100 Craft-Brauer. Beim Gin ist Schottland noch größer: Mehr als die Hälfte der britischen Gin-Produktion kommt von hier, aus über 90 Brennereien mit über 180 Gins. Und dann ist da Irn-Bru, eine leuchtend orange Limonade, die als „Schottlands anderes Nationalgetränk“ gilt. Es gibt sie sogar als Eissorte.






