Die NC500 Schottland, ausgeschrieben North Coast 500, ist eine 516 Meilen lange Panoramastraße durch den Norden des Landes, oft „Scotland’s Route 66“ genannt. Das sind rund 830 km. Lange stand sie auf unserer Liste, im Juli 2025 sind wir sie endlich gefahren, mit den Mädels. Sie beginnt und endet in Inverness und führt durch sechs Regionen der nördlichen Highlands. Du kannst sie mit dem Auto fahren, aber auch mit dem Rad oder zu Fuß. Hier liest du, wie sie verläuft, welche Stopps sich lohnen und worauf du auf den einspurigen Straßen achtest. Nachgesehen haben wir am 02.10.2026.
Die Route im Überblick
Von Inverness führt die Route an die Westküste nach Applecross und dann nach Norden über Torridon und Ullapool. Danach erreichst du einige der nördlichsten Küstenpunkte Schottlands, fährst durch Caithness und an John o’ Groats vorbei und kehrst über Dingwall nach Inverness zurück. Die Richtung ist frei, du kannst im oder gegen den Uhrzeigersinn fahren. Wir sind im Uhrzeigersinn gefahren, von Inverness über Ullapool und Kylesku die Nordküste entlang bis Thurso und John o’ Groats und dann über Wick, Dornoch und Nigg wieder hinunter. Die raue Westküste hat uns ein kleines Stück mehr erwischt, die Ostküste ist sanfter, mit Dörfern und Schlössern. Unterwegs liegen sechs Regionen: die Black Isle, Easter Ross, Caithness, Sutherland, Wester Ross und Inverness-Shire. Sutherland gilt als letzte große Wildnis Europas, Wester Ross hat Strände, die an das Mittelmeer erinnern. Von Edinburgh nach Inverness brauchst du mit dem Auto rund 3 Stunden.
Höhepunkte unterwegs
Der spektakulärste Abschnitt ist der Bealach na Bà, der Pass nach Applecross, 625,7 m hoch, mit engen Haarnadelkurven und Blick bis Skye. Den haben wir ausgelassen und sind von Inverness direkt nach Ullapool gefahren. Ullapool lockt mit Hafen und frischem Fisch. Bei Durness öffnet sich die Smoo Cave, eine riesige Meereshöhle mit einem Wasserfall im Inneren, in die im Sommer Boote fahren. Die Mädels haben all ihren Mut zusammengenommen, sind über die Eisenleiter ins Boot gehüpft und waren danach mächtig stolz auf sich. 🤩 Ganz im Norden fotografierst du den Wegweiser von John o’ Groats, einem der nördlichsten Punkte des britischen Festlands. Wir hatten dort strahlenden Sonnenschein und sind zwischen Schafen zu den Felsnadeln der Duncansby Stacks gewandert.
Dazu kommen der weiße Sand von Balnakeil Beach und die Ruine von Ardvreck Castle am Loch Assynt. Auf der Black Isle kannst du Delfine sehen. Uns hat 2025 nach der Mini-Fähre von Nigg nach Cromarty eine ganze Delfinfamilie beim Boot begleitet, für uns eines der größten Highlights der Reise. In Easter Ross stehen 3 Brennereien für Malt Whisky, wir waren bei Glenmorangie. Wenn du vorher noch an Loch Ness willst, hast du ihn gleich bei Inverness.
Fahren auf einspurigen Straßen
Auf weiten Teilen der Route ist die Straße nur eine Spur breit. Fahr so, dass du innerhalb der halben Strecke anhalten kannst, die du frei überblickst. Das Tempolimit liegt bei 60 mph, rund 96 km/h, im Schnitt fahren die Autos aber 48 mph, rund 77 km/h. Die Ausweichstellen erkennst du an weißen Schildern in Rauten- oder Quadratform. Meist hält das Fahrzeug, das näher an der Ausweichstelle ist. Kniffliger als die Breite sind die Kurven und Kuppen, hinter die du nicht schauen kannst. Das haben wir vor allem auf der Anfahrt zum Achmelvich Beach gemerkt.
Fahr nie im Konvoi, denn viele Ausweichstellen fassen nur ein Auto. Rechne mit Rindern, Schafen und Hirschen auf der Straße. Liegen die Kühe gerade auf der Fahrbahn, wartest du eben. 😅 Radfahrer:innen überholst du mit mindestens 1,5 m Abstand, und Parken ist in Ausweichstellen und Feldeinfahrten tabu. Kommt von hinten ein Fahrzeug, lass es vorbei, es kann ein Arzteinsatz oder ein Notfall sein. Allgemeine Regeln für Mietwagen stehen unter Roadtrip.
Mit Wohnmobil und Zelt
Für große Wohnmobile ist die NC500 nur eingeschränkt geeignet. Fahrzeuge, die größer als ein VW T5 sind, also länger als 16 bis 18 Fuß, nehmen besser andere Strecken und meiden den Bealach na Bà und die B869 Drumbeg Road. Die Faustregel: Kannst du dein Fahrzeug nicht mehrere hundert Yards auf einer schmalen Straße rückwärts fahren, lass es dort bleiben. Mit dem Wohnmobil waren wir selbst noch nicht unterwegs.
Wildcampen ist in Schottland erlaubt, wenn du verantwortlich handelst, für Wohnmobile gilt das aber nicht. VisitScotland rät, nur ausgewiesene Park- und Campingplätze zu nutzen und den Müll mitzunehmen.
Wann und wie lange
Plan mindestens 5 Tage ein, besser 7 oder mehr. Bei 7 Tagen sind das rund 74 Meilen am Tag, etwa 119 km, mit Zeit für Stopps. Die meisten fahren von Mai bis September, im Herbst und Winter locken Nordlichter. Von November bis Februar wechseln die Straßenverhältnisse aber stark.
Im Sommer fliegen die Midges, vor allem früh morgens und an warmen Abenden. Buch Unterkünfte vorab, tank in abgelegenen Gegenden regelmäßig und lade Offline-Karten herunter. Wir haben in Ullapool noch einmal vollgetankt, weil Tankstellen im Norden nicht hinter jeder Ecke warten. Ladestationen für E-Autos findest du bei ChargePlace Scotland. Mehr zur Region steht unter Highlands, Burgen am Weg unter Schottland Burgen, und wie du die NC500 in eine längere Reise einbaust, unter Schottland Rundreise.






