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    Forth Bridge

    Seit 1890 über dem Forth

    Die Forth Bridge haben wir vom Hotelfenster, vom Ufer und aus dem Flugzeug gesehen. Geschichte, Zahlen und wo du sie am besten siehst.

    Sehenswürdigkeit · South QueensferryKostenlosaktualisiert 30.09.2026

    Lohnt sich, wenn …

    Lohnt sich als halber Tag außerhalb der Stadt. Fahr mit dem Zug darüber und schau dir die Brücke dann von South Queensferry an.

    Die rote Forth Bridge über dem Firth of Forth, vom Ufer in South Queensferry
    Ansehen
    FreiZugfahrt kostet, Preise nicht geprüft
    Zugang
    Nur mit dem Zugkein Fuß- oder Radweg; Bahnhöfe Dalmeny und North Queensferry
    Eröffnet
    4. März 1890Bauzeit 1883 bis 1890
    Länge
    2.467 mauf der Welterbeliste 2.529 m
    Höhe
    110 m über Hochwasser137 m über den Fundamenten
    Verkehr
    200 Züge am Tag3 Millionen Fahrgäste im Jahr
    Welterbe
    Seit 2015Kriterien i und iv
    Aussichtspunkt
    Forth Bridges ViewpointSouth Queensferry, mit Kaffeekiosk und Toiletten

    Keine Sehenswürdigkeit rund um Edinburgh haben wir so oft gesehen wie die Forth Bridge, und das liegt an unseren Quartieren. Im Dezember 2023 hatten wir eine Wohnung in South Queensferry, im August 2024 ein Zimmer im Hotel Orocco Pier, und beim Frühstück schauten wir direkt auf die rote Brücke. Die Forth Bridge ist die Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth, zwischen South Queensferry am Stadtrand von Edinburgh und North Queensferry in Fife, eine Ikone Schottlands, die man auf der ganzen Welt kennt. Eröffnet wurde sie 1890, sie trägt bis heute Züge und steht seit 2015 auf der Welterbeliste der UNESCO. Zu Fuß kommst du nicht hinüber, nur mit dem Zug. Nachgesehen haben wir alles am 30.09.2026.

    Was die Forth Bridge ist

    Die Forth Bridge ist eine Auslegerbrücke für die Eisenbahn, auf Englisch eine Cantilever Bridge. Sie war die früheste große Auslegerbrücke mit mehreren Feldern der Welt und gehört bis heute zu den längsten. Sie verbindet Fife im Norden mit Edinburgh im Süden.

    Bei der Länge stößt du auf zwei Werte: 2.467 m Gesamtlänge, davon 1.630 m für das Hauptbauwerk von Portal zu Portal, und 2.529 m auf der Welterbeliste. Der höchste Punkt liegt 110 m über dem Hochwasser und 137 m über den Fundamenten.

    Jeden Tag fahren 200 Züge darüber, im Jahr sind es 3 Millionen Fahrgäste. Die Brücke gehört Network Rail und steht in Schottland in der höchsten Denkmalkategorie A. Mit ihr entstand eine durchgehende Bahnstrecke an der Ostküste von London bis Aberdeen. Kommst du mit dem Zug ab London nach Edinburgh, fährst du auf dem südlichen Teil dieser Strecke.

    Warum die Brücke so aussieht

    Die Form der Forth Bridge ist die Antwort auf eine Katastrophe. Den ersten Entwurf für eine Brücke über den Forth lieferte der Ingenieur Thomas Bouch, eine Hängebrücke, deren Grundstein 1873 gelegt wurde. Bouch baute auch die Tay Bridge, begonnen 1871. Am 28. Dezember 1879 stürzte die Tay Bridge in einem Sturm ein, geschätzt 75 Fahrgäste kamen ums Leben. Damit waren Bouchs Pläne für den Forth vom Tisch.

    Den neuen Entwurf reichten John Fowler und Benjamin Baker im Mai 1881 ein, im Juli 1882 genehmigte ihn das Parlament. Drei Doppelausleger-Türme ragen 110 m über ihren Granitpfeilern auf. Von jedem Turm greifen Auslegerarme von je 207 m nach beiden Seiten, dazwischen hängen zwei Felder von je 107 m. Die schweren Röhren mit 4 m Durchmesser nehmen den Druck auf, leichtere Stahlstreben den Zug.

    Genau diese Offenheit macht den Reiz aus. Die Brücke zeigt ihre tragenden Teile ohne jeden Schmuck, und die UNESCO hebt das eigens hervor. Ein Foto von 1887 erklärt das Prinzip mit drei Männern, die den Ausleger mit ihren Körpern nachstellen, ein menschlicher Ausleger.

    Bau, Arbeiter und Eröffnung 1890

    Gebaut wurde die Forth Bridge von 1883 bis 1890. 1885 ging der letzte Senkkasten zu Wasser, 1886 waren die Fundamente der Pfeiler fertig, 1887 die drei Türme und 1889 die Ausleger. Verbaut wurden 53.000 Tonnen Stahl und 6,5 Millionen Nieten, an anderer Stelle ist von rund 54.000 Tonnen die Rede. Flussstahl war in den 1880er Jahren noch ein recht neuer Werkstoff.

    Der Preis war hoch. Zu Spitzenzeiten arbeiteten mehr als 4.000 Männer an der Brücke, 73 von ihnen verloren beim Bau ihr Leben. An beiden Enden erinnern Denkmäler an die Briggers, die Männer und Jungen, die unter gefährlichen Bedingungen an der Brücke arbeiteten.

    Eröffnet wurde sie an einem windigen Dienstag, dem 4. März 1890, vom Prince of Wales. Er fuhr mit dem Zug über die Brücke, umrundete mit dem Dampfboot Dolphin die Insel Inchgarvie und setzte auf einer Plattform am nördlichen Verbindungsträger die letzte Niete, vergoldet und mit Inschrift, mit einem silbernen Schlüssel der Edinburgher Firma Hamilton and Inches. Seine Rede kürzte der Wind auf einen einzigen Satz: „Ladies and Gentlemen, I now declare the Forth Bridge open.“ Die Ingenieure Fowler und Baker und der Bauunternehmer Arrol wurden danach von Königin Victoria geehrt.

    Die rote Farbe und der Mythos vom endlosen Anstrich

    „Painting the Forth Bridge“ ist im Englischen ein Sprichwort für eine Arbeit, die nie fertig wird. Inzwischen ist dieser Mythos selbst Geschichte, und schuld daran ist eine Sanierung, die fast ein Jahrzehnt dauerte.

    2001 begann Network Rail mit dem Bauunternehmen Balfour Beatty eine vollständige Sanierung. Abschnitt für Abschnitt wurde der Stahl bis aufs blanke Metall gestrahlt, bis zu 20 Tonnen Schutt pro Stunde saugten Anlagen ab. Dann kam eine Beschichtung, die zuvor in der Ölindustrie in der Nordsee verwendet worden war, und jede der 6,5 Millionen Nieten wurde dabei von Hand behandelt. Die Deckschicht heißt Forth Bridge Red und ahmt das ursprüngliche Rotoxid von 1890 nach. Im Dezember 2011 war die Arbeit beendet, zum ersten Mal war die ganze Brücke neu gestrichen. Die Farbe soll 20 bis 25 Jahre halten.

    Drei Brücken über den Firth of Forth

    Wer nach der „Firth of Forth Brücke“ sucht, findet an dieser Stelle gleich drei Brücken nebeneinander, und die Forth Bridge ist die älteste davon. Schon im 12. Jahrhundert fuhr hier eine Fähre zwischen North und South Queensferry, für Pilger:innen auf dem Weg nach St Andrews, und im 18. Jahrhundert galt sie als belebteste Fähre Schottlands.

    1964 öffnete die Forth Road Bridge, und die Fähre stellte ihren Dienst ein. Am 30. August 2017 kam die Queensferry Crossing dazu, eine 2,7 km lange Schrägseilbrücke für den Autoverkehr und die längste Schrägseilbrücke mit drei Pylonen der Welt. Drei Brücken aus drei Jahrhunderten, 1890, 1964 und 2017, siehst du so mit einem Blick. Wir haben sie im August 2024 sogar von oben gesehen: Beim Abflug aus Edinburgh meinte es das Wetter gut mit uns, und die Forth Bridges kamen mit aufs Foto aus dem Flugzeugfenster. 😍 Weitere Zahlen zum Land findest du unter Schottland in Zahlen.

    So siehst du die Forth Bridge

    Von Edinburgh aus hast du drei gute Möglichkeiten, die Brücke zu erleben: mit dem Zug darüber, vom Ufer in South Queensferry oder zu Fuß über die Nachbarbrücke.

    Mit dem Zug darüber fahren. Die Forth Bridge ist nur für Züge offen, ohne Zugang für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. An beiden Enden liegt ein Bahnhof: Dalmeny auf der Seite von South Queensferry und North Queensferry auf der anderen Seite. ScotRail fährt über die Brücke zwischen Edinburgh und Fife, und die Fahrt von Dalmeny nach North Queensferry führt dich direkt darüber. Diese Fahrt fehlt uns selbst noch.

    Von South Queensferry aus schauen. Das ist unser Lieblingsplatz. Im August 2024 saßen wir am Ankunftstag mit einem Guinness im Restaurant des Orocco Pier, die Forth Bridge vor dem Fenster, und am letzten Morgen gingen wir noch einmal hinunter ans Wasser, die Brücken links und rechts von uns. Im August 2025 haben wir auf dem Weg von der North Coast 500 extra hier angehalten, zum Mittagessen im Down the Hatch direkt am Wasser. Ehrlich gesagt: Vom Forth Road Bridge Viewpoint, dem letzten Stopp eines langen Tages im Juli 2022, hatten wir uns einen besseren Blick erwartet. Am Südende der Brücke liegt in South Queensferry der Forth Bridges Viewpoint, mit einem Kaffeekiosk und Toiletten. Von dort beginnt auch der Forth Bridges Trail, ein ausgeschilderter Rundweg durch die Orte an beiden Ufern. Ins Zentrum von Edinburgh sind wir 2023 und 2024 mit dem Bus bis zur Princes Street gefahren.

    Über die Forth Road Bridge laufen. Die Straßenbrücke hat auf beiden Seiten einen Fuß- und Radweg, von dem du auf die Forth Bridge und die Queensferry Crossing blickst. Der Ostweg ist offen, außer bei Wind über 50 mph, der Westweg ist meist wegen Wartungsarbeiten gesperrt, so auch am 30.09.2026. Dazu fahren Boote ab South Queensferry unter den Brücken hindurch. Willst du eine Drohne steigen lassen, schau vorher in die Regeln, die Transport Scotland für die Brücken aufgestellt hat.

    Die geplante Brückenbegehung

    Eine Begehung der Forth Bridge ist geplant, eröffnet ist sie noch nicht. Network Rail arbeitet seit Jahren an der Forth Bridge Experience: Besucher:innen sollen in Gruppen, mit Sicherheitsgurt, von South Queensferry aus auf den südlichen Ausleger steigen, bis zu einem Aussichtspunkt 110 m über dem Meer. Bis zu drei Gruppen pro Stunde sind vorgesehen, eine Tour soll etwa zweieinhalb Stunden dauern. Die Zeitleiste reicht von ersten Plänen 2019 über eine Pause nach der Ausschreibung 2020 und überarbeitete Pläne östlich der Brücke 2021 bis zu einem Bauantrag 2022. Ein Eröffnungsdatum gibt es nicht. Bis dahin bleibt es dabei: Zu Fuß kommst du nicht hinauf.

    Häufige Fragen

    Forth Bridge: häufige Fragen

    Kann man über die Forth Bridge laufen?

    Nein, die Forth Bridge ist nur für Züge offen. Fußgänger:innen und Radfahrer:innen haben keinen Zugang. Zu Fuß kommst du über die benachbarte Forth Road Bridge, deren Ostweg außer bei starkem Wind offen ist, und von dort blickst du direkt auf die rote Brücke. Eine geführte Begehung der Eisenbahnbrücke plant Network Rail, ein Eröffnungsdatum gibt es noch nicht.

    Wie lang ist die Forth Bridge?

    Die Forth Bridge ist 2.467 m lang, das Hauptbauwerk von Portal zu Portal misst 1.630 m. Auf der Welterbeliste der UNESCO stehen dagegen 2.529 m. Woher der Unterschied kommt, erklärt keine der beiden Angaben, deshalb nennen wir beide Werte. Der höchste Punkt liegt 110 m über dem Hochwasser und 137 m über den Fundamenten.

    Wann wurde die Forth Bridge gebaut?

    Die Forth Bridge wurde von 1883 bis 1890 gebaut. Der Entwurf von John Fowler und Benjamin Baker wurde 1882 genehmigt, 1887 standen die drei Türme, 1889 waren die Ausleger fertig. Am 4. März 1890 eröffnete der Prince of Wales die Brücke und setzte dabei die letzte, vergoldete Niete. Seitdem fahren Züge über den Firth of Forth.

    Wie kommt man von Edinburgh zur Forth Bridge?

    Am einfachsten mit dem Zug. An beiden Enden der Brücke liegt ein Bahnhof, Dalmeny auf der Seite von South Queensferry und North Queensferry am anderen Ufer, beide fährt ScotRail an. Busse zu den Brücken betreiben unter anderem Lothian Buses, Stagecoach und Scottish Citylink. Wir sind 2023 und 2024 mit dem Bus zwischen der Princes Street und South Queensferry gependelt.

    Warum ist die Forth Bridge rot?

    Die Forth Bridge ist rot, weil sie schon 1890 rot war. Bei der Sanierung von 2001 bis Dezember 2011 bekam sie eine Deckschicht namens Forth Bridge Red, die das ursprüngliche Rotoxid nachahmt. Die UNESCO zählt die auffällige rote Farbe ausdrücklich zu ihrem Erscheinungsbild. Der neue Anstrich soll 20 bis 25 Jahre halten.

    Wie viele Menschen starben beim Bau der Forth Bridge?

    Beim Bau der Forth Bridge verloren 73 Menschen ihr Leben. Gebaut wurde von 1883 bis 1890, und zu Spitzenzeiten arbeiteten mehr als 4.000 Männer an der Brücke. An beiden Enden erinnern Denkmäler an die Briggers, die Männer und Jungen, die unter gefährlichen Bedingungen an dem Bauwerk arbeiteten.

    Seit wann ist die Forth Bridge Welterbe?

    Die Forth Bridge ist seit Juli 2015 Welterbe. Die UNESCO nahm sie nach den Kriterien i und iv auf, als Meisterwerk mit eigener industrieller Ästhetik und als wichtige Etappe in der Geschichte des Brückenbaus. Damit war sie das sechste Welterbe Schottlands. Am 5. Juli 2025 feierte sie ihr zehnjähriges Jubiläum auf der Welterbeliste.

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