- Eintritt
- FreiLäden und Lokale mit eigenen Zeiten
- Lage
- Südlich der Castle Esplanadeüber die Victoria Street erreichbar
- Markt
- Seit dem 14. Jahrhundert belegtHandel bis weit ins 20. Jahrhundert
- Covenanters' Memorial
- Seit 1937Kategorie C, erneuert 1954
- Flodden Wall
- Teil in der früheren Kirche Nr. 4 bis 10Kirche von 1884, Mauer als Scheduled Monument geschützt
Der Grassmarket in Edinburgh ist ein langer, offener Platz in der Old Town, südlich unterhalb des Castle. Wir sind im Juli 2022 nach unserem Besuch im Castle hierher weitergeschlendert, über die Victoria Street, und dort ging es extrem quirlig zu. Am Tag davor waren wir schon kurz vorbeigekommen, da war alles noch ruhig und leer. Seit dem Mittelalter wurde auf dem Platz gehandelt, hier stand der Galgen, und hier starben viele Covenanters. Heute säumen Läden, Pubs und Restaurants den Platz, darüber ragt der Castle-Felsen auf. Eintritt kostet er keinen, es ist ein öffentlicher Platz.
Was der Grassmarket ist
Der Grassmarket ist ein langes Rechteck, das schon um 1500 eine Vorstadt und ein zweiter Marktplatz der Stadt war. Er liegt im Schatten des Edinburgh Castle, südlich der Castle Esplanade, und sein Grundriss hat den historischen Charakter bewahrt.
Seit über 500 Jahren trifft sich die Stadt hier. Es gab Märkte, Unruhen und öffentliche Hinrichtungen, heute ist der Platz ein lebhaftes Viertel mit Geschäften und Lokalen und ein guter Ausgangspunkt, um die Old Town zu erkunden.
Für dich heißt das: Du kommst hierher, um zu schauen, zu essen und den Blick auf das Castle zu genießen, und du stehst dabei auf einem Platz, der mehr Geschichte gesehen hat als die meisten in der Stadt.
Ein Markt seit dem Mittelalter
Der Grassmarket war von Anfang an ein Marktplatz, und genau das steckt auch im Namen. Aufzeichnungen reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert gab es hier Märkte und Messen, politische Versammlungen und öffentliche Bekanntmachungen.
Nach der Schlacht von Flodden 1513 verstärkte die Stadt ihre Mauern, und Grassmarket und Cowgate wurden von der Flodden Wall umschlossen. Der Platz lag damit innerhalb der Stadtmauer. Ein Stück dieser Mauer siehst du noch heute: Die Westseite der früheren Kirche am Grassmarket 4 bis 10, gebaut 1884 als Robertson Memorial Mission, enthält einen Teil der Flodden Wall, der als eigenes Denkmal geschützt ist. Schau beim Vorbeigehen ruhig genauer hin. Das Gebäude von Hardy and Wight verbindet eine kleine gotische Kirche mit Eckturm und ein viergeschossiges Mietshaus im Baronial-Stil, unten mit Läden. Die Inschrift erinnert an Rev. William Robertson, der fast 40 Jahre Pfarrer der Gemeinde war. Eine Kirche ist es heute nicht mehr.
Gehandelt wurde hier sehr lange. Landwirtschaftliche Waren verkaufte man bis weit ins 20. Jahrhundert. Alte Fotos zeigen abgestellte Karren und die Bars und Herbergen, die zum Markt gehörten. Gehst du heute über den Platz, siehst du noch dieselbe lange, offene Fläche.
Galgen und Covenanters
Der Grassmarket hat eine dunkle Seite: Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war er ein Ort zahlreicher öffentlicher Hinrichtungen, hier stand der Galgen. Unter den Hingerichteten waren viele Covenanters, Anhänger des National Covenant von 1638, der sich gegen die Neuerungen richtete, die Karl I. im Gottesdienst der schottischen Kirche einführen wollte.
An sie erinnert heute das Covenanters’ Memorial im Osten des Platzes. Es markiert die Stelle, an der viele Märtyrer der Covenanters in den Religionskriegen hingerichtet wurden, in den Jahren 1661 bis 1668.
Das Denkmal ist ein erhöhter Steinzylinder mit einem Kreis aus Granit, einem Andreaskreuz und einer umlaufenden Inschrift aus Bronze. Es wurde am 25. April 1937 eröffnet und am 24. Oktober 1954 vom Duke of Hamilton wiedereröffnet, nachdem die Stadt eine Mauer mit Geländer und Tor darum gebaut hatte, verziert mit Andreaskreuzen und Disteln. Willst du mehr über die Covenanters wissen, geh weiter zum Greyfriars Kirkyard, wo der Covenant unterzeichnet wurde. Dort findest du auch das Covenanters’ Prison und das Martyrs’ Monument.
Die Porteous-Unruhen von 1736
1736 wurde der Grassmarket zum Schauplatz eines Aufruhrs, der in die Geschichte einging. Captain John Porteous war für die Tötung von Menschen verantwortlich, die an Krawallen beteiligt waren. Er wurde dafür zum Tod verurteilt, dann aber umstritten begnadigt. Diese Begnadigung löste in der Stadt Empörung aus und führte zu weiteren Unruhen im Viertel rund um den Grassmarket. Sie gingen als Porteous-Unruhen in die Geschichte Edinburghs ein.
Die Geschichte zeigt, was der Grassmarket lange war: der Ort, an dem sich die Stadt versammelte, wenn etwas geschah, für Versammlungen, Bekanntmachungen und öffentliche Strafen.
Little Italy und die alten Gasthäuser
Little Italy hieß der Grassmarket Anfang des 20. Jahrhunderts, weil ab den 1880er Jahren viele italienische Einwander:innen hierherzogen. Heute ist der Platz ein Zentrum für Essen, Unterhaltung und Einkaufen, und das passt gut zu seiner alten Rolle als lebhafter Marktplatz. Gehandelt wird sogar immer noch: Jeden Samstag ist auf dem Mittelstreifen des Platzes das ganze Jahr über Markt, von 10 bis 17 Uhr.
Einige der ältesten Gasthäuser der Stadt liegen hier. Unter den Gästen früherer Zeiten waren Robert Burns und William Wordsworth, aber auch Burke und Hare. Welche Häuser das genau waren, wissen wir nicht, deshalb nennen wir keine Namen.
So verbindest du den Grassmarket mit der Altstadt
Am einfachsten verbindest du den Grassmarket mit Castle, Royal Mile und Greyfriars zu einem Vormittag. Er liegt südlich der Castle Esplanade, und an seinem südöstlichen Ende stand das Kloster, an dessen Stelle heute der Greyfriars Kirkyard liegt. Hinunter kommst du über die Victoria Street, die die George IV Bridge mit dem Grassmarket verbindet und ab 1829 gebaut wurde.
Ein möglicher Weg: vormittags das Edinburgh Castle, das um 9:30 Uhr öffnet, dann die Royal Mile hinab bis zur George IV Bridge, die Victoria Street hinunter zum Grassmarket und von dort weiter zum Greyfriars Kirkyard. So hast du einen großen Teil der Old Town an einem Vormittag gesehen. Und wenn es regnet, warte ein paar Minuten. Im August 2024 hatten wir an einem Tag schon einige Wetterlagen hinter uns, und in der Victoria Street schien plötzlich die Sonne bei fetzblauem Himmel. 😅






