Edinburgh kostenlos zu erleben, ist leichter als in den meisten Hauptstädten. Gemerkt haben wir das schon im Juli 2022: Auf der Royal Mile spielten die Dudelsäcke, auf dem Weg hinauf zum Calton Hill ging ein Bagpiper vor uns her, und oben haben wir uns einfach auf die Wiese gesetzt. Eintritt hat das alles keinen gekostet. Von den Sehenswürdigkeiten, die wir einzeln geprüft haben, kostet mehr als die Hälfte keinen Eintritt: die Hügel, die Straßen der Altstadt, der Greyfriars Kirkyard, die Gärten unter dem Castle und zwei Museen an der Royal Mile. Hier liest du, was frei ist, wo trotzdem Geld fällig wird und wie ein Tag für 0 £ aussieht. Nachgesehen haben wir im September 2026.
Was in Edinburgh nichts kostet
Kostenlos ist in Edinburgh vor allem das, was draußen liegt. Die Royal Mile, die Victoria Street und der Grassmarket sind öffentliche Straßen und Plätze. Der Holyrood Park mit Arthur’s Seat ist rund um die Uhr offen, ein Ticket brauchst du nicht. Auch den Hügel des Calton Hill betrittst du frei.
Dazu kommen Orte, die zwar Betreiber haben, aber keinen Eintritt verlangen. Der Greyfriars Kirkyard gehört der Stadt und ist an 365 Tagen rund um die Uhr offen. Das Museum of Edinburgh und The People’s Story kosten nichts.
Wo Geld fällig wird, ist es meist ein Eintritt für ein Gebäude: das Edinburgh Castle, der Holyrood Palace, die Camera Obscura, Mary King’s Close. Für alles andere reicht festes Schuhwerk.
Die Aussichtshügel: Arthur’s Seat und Calton Hill
Den besten Blick über Edinburgh bekommst du kostenlos. Arthur’s Seat ist mit 251 m der größte Rest eines erloschenen Vulkans. Der Holyrood Park, in dem er liegt, ist 24 Stunden am Tag offen, das ganze Jahr. Der Untergrund ist uneben und rutschig, deshalb verlangt Historic Environment Scotland Schuhe mit gutem Grip. Als wir im August 2024 oben waren, blies es so stark, dass alle ihr Handy festhielten. Über die Geotourist-App gibt es einen kostenlosen Audioguide.
Der Calton Hill ist der zweite Aussichtshügel der Stadt. Der Hügel selbst ist frei, du zahlst nur für den Turm des Nelson Monument, 7,50 £ für Erwachsene. Oben fällt um 13 Uhr der Zeitball, im selben Moment wie der Ein-Uhr-Schuss vom Castle. Den Hügel und seine Monumente siehst du auch ohne Ticket, zahlen musst du nur, wenn du auf den Turm willst. Uns hat 2022 die Wiese gereicht.
Straßen und Plätze der Altstadt
Die Altstadt ist zu einem großen Teil ein Museum unter freiem Himmel, und das kostet nichts. Die Royal Mile verbindet das Castle mit dem Holyrood Palace, sie ist öffentlicher Straßenraum. Von ihr zweigen die Closes ab, schmale Gassen, in die du hineingehen kannst. Und Musik gibt es gratis dazu: 2022 spielten bei unserem Bummel die Dudelsäcke, und wer den Musikern etwas geben wollte, konnte sogar mit Karte zahlen. 😅
Die Victoria Street führt in einer Kurve von der George IV Bridge hinunter zum Grassmarket. Über ihren Läden verläuft die Victoria Terrace, ein Fußweg auf den Dächern, gebaut 1829 bis 1834 und ebenfalls frei zugänglich. Wir haben sie 2022 an einem Tag ruhig und leer und am nächsten extrem quirlig erlebt.
Unten liegt der Grassmarket, ein offener Platz unterhalb des Castle, auf dem seit dem Mittelalter gehandelt wurde. Im Osten des Platzes steht das Covenanters’ Memorial, das an die Hinrichtungen der Covenanters erinnert. Straße, Terrasse, Platz und Denkmal zusammen sind ein Vormittag, der dich keinen Penny kostet.
Kirchen und Friedhöfe
Eine Kirche ist aus dieser Liste gefallen: St Giles’ Cathedral an der Royal Mile verlangt seit 5. Oktober 2026 Eintritt, 12 £, rund 14 €. Früher bat sie nur um eine Spende. Kinder unter 16 und Einwohner:innen Schottlands kommen weiter frei hinein, und Führung und Audioguide sind jetzt im Ticket dabei.
Der Greyfriars Kirkyard ist ganz frei. Der Friedhof gehört der City of Edinburgh Council und ist 24 Stunden am Tag offen. Hier wurde 1638 der National Covenant unterzeichnet, hier liegt das Covenanters’ Prison, und vor dem Tor steht der Brunnen mit Greyfriars Bobby. Auch die Kirche Greyfriars Kirk verlangt keinen Eintritt, an welchen Tagen sie offen ist, zeigt ihr Kalender.
Zwei Museen an der Royal Mile
An der Royal Mile liegen zwei städtische Museen, die nichts kosten. Das eine ist das Museum of Edinburgh, das andere The People’s Story im Canongate Tolbooth von 1591. Beide sind täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr offen, letzter Einlass ist um 16:30 Uhr. Verbindest du sie mit einem Gang über die Royal Mile, hast du einen Nachmittag mit Geschichte, ohne ein Ticket zu kaufen.
Grün und Wasser: Dean Village und die Gärten
Hast du genug von der Altstadt, findest du Grün, das ebenfalls nichts kostet. Das Dean Village liegt am Water of Leith Walkway, einem Uferweg von 13 Meilen. Der Abschnitt von Roseburn bis Stockbridge ist 2 Meilen lang, etwa 45 Minuten, und das Dorf liegt dazwischen. Einen Audio Trail bietet der Water of Leith Conservation Trust kostenlos an. Für uns war das Dean Village 2024 das versteckte Highlight der Reise. Denk daran, dass hier Menschen wohnen.
Die Princes Street Gardens liegen im Tal unter dem Castle. Einen Eintrittspreis nennt die Stadt für den Park nicht. Du siehst dort das Scott Monument von außen, den Ross Fountain und die Blumenuhr, die älteste ihrer Art auf der Welt. Im Winter steht in den East Princes Street Gardens der Weihnachtsmarkt, frei zugänglich, nur die Fahrgeschäfte kosten. Frei anzusehen ist auch die Forth Bridge, sie liegt aber außerhalb der Stadt in South Queensferry, wo wir 2024 vor der Abreise noch einmal am Wasser standen.
Ein Tag, der fast nichts kostet
Ein ganzer Tag in Edinburgh ohne Eintritt ist möglich. Ein Vorschlag aus den geprüften Seiten: morgens die Royal Mile hinunter, mit einem Blick in die Closes, dann die Victoria Street zum Grassmarket und weiter zum Greyfriars Kirkyard. Am frühen Nachmittag gehst du in das Museum of Edinburgh und The People’s Story, beide kostenlos. Danach geht es in die Princes Street Gardens und zum Abschluss auf den Calton Hill, ohne Turm. Eintritt: 0 £. Was die übrige Reise kostet, steht unter Was kostet Edinburgh. Regnet es, hilft dir Edinburgh bei Regen, und ruhigere Orte ohne Eintritt, etwa St Cecilia’s Hall oder Dr Neil’s Garden, stehen unter Geheimtipps.






