Das Wetter Schottlands lässt sich nicht in einem Satz beschreiben, das haben wir auf unseren Reisen gelernt. Im Juli 2022 waren wir einen Monat unterwegs und wurden nur zweimal richtig nass, in Oban und im Fairy Glen auf Skye, dazwischen erwischten wir eine Hitzewelle mit 27 Grad. Im August 2025 warnten auf der A9 die Anzeigetafeln vor Sturm Floris, am selben Tag hatten wir in Edinburgh T-Shirt-Wetter, und am nächsten Tag stand der Zugverkehr still. Im Westen fällt im Mittel mehr als doppelt so viel Regen wie in Edinburgh an der Ostküste, und in den Highlands gibt es deutlich mehr Frosttage als an der Küste. Die Zahlen hier sind Mittelwerte der Jahre 1991 bis 2020, gemessen vom britischen Wetterdienst Met Office. Nachgesehen haben wir am 28.09.2026.
Wie ist das Wetter in Schottland?
Das Wetter in Schottland ist kühl, wechselhaft und im Westen oft nass. Für das ganze Vereinigte Königreich gilt ein Grundmuster: Orte im Osten und Süden sind in der Regel trockener, wärmer, sonniger und weniger windig als Orte weiter westlich und nördlich. Schottland liegt im Norden und grenzt im Westen an den Atlantik.
Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 fallen in Schottland 1.572,7 Millimeter Regen im Jahr, verteilt auf 191 Tage mit mindestens einem Millimeter. Das ist mehr als jeder zweite Tag. Die Sonne scheint 1.199,6 Stunden im Jahr, der Tageshöchstwert liegt im Jahresmittel bei 11,1 °C.
Die günstigen Bedingungen treten häufiger im Frühling und Sommer auf als im Herbst und Winter. Reist du im Mai oder Juni, hast du die besten Chancen auf trockene, helle Tage. Unser Juli 2022 war für schottische Verhältnisse ungewöhnlich: viel Sonne, wenig Regen, und wenn, dann oft nur dieser feine Sprühregen, der vor allem die Brille anspritzt.
Ost, West, Nord: drei Klimazonen
Das Met Office teilt Schottland für seine Statistik in drei Klimadistrikte ein, und die Unterschiede sind groß. Das Klima Schottlands im Überblick, Jahreswerte, Mittel 1991 bis 2020:
| Distrikt | Tageshöchstwert | Regen im Jahr | Regentage | Sonnenstunden |
|---|---|---|---|---|
| Ostschottland | 11,1 °C | 1.187,6 mm | 164 | 1.282,8 |
| Westschottland | 11,7 °C | 1.817,6 mm | 197 | 1.240,7 |
| Nordschottland | 10,6 °C | 1.701,4 mm | 209 | 1.103,2 |
Der Osten ist der trockenste und sonnigste Teil. Edinburgh liegt dort und bekommt nur 727,7 Millimeter Regen im Jahr, an der Ostküste zieht im Frühling und Sommer außerdem oft Küstennebel von der Nordsee herein, der Haar.
Der Westen ist am nassesten, dafür etwas milder. Rund um Glasgow misst die Station Paisley 1.262,8 Millimeter im Jahr, deutlich mehr als Edinburgh und weniger als der westliche Durchschnitt, weil der Wert viele Küsten- und Bergstationen einschließt. Der Norden hat die meisten Regentage und die wenigsten Sonnenstunden, im Dezember scheint die Sonne dort im Mittel nur 22,5 Stunden.
Das Jahr in Zahlen
Die Monatswerte für ganz Schottland zeigen, wie das Jahr verläuft. Mittelwerte des Met Office, 1991 bis 2020:
| Monat | Tageshöchstwert | Regen | Sonnenstunden |
|---|---|---|---|
| Jänner | 5,6 °C | 177,9 mm | 35,2 |
| April | 10,3 °C | 93,0 mm | 141,6 |
| Mai | 13,4 °C | 89,2 mm | 182,2 |
| Juli | 17,3 °C | 103,7 mm | 140,5 |
| August | 17,0 °C | 120,0 mm | 134,5 |
| Oktober | 11,3 °C | 168,2 mm | 74,7 |
| Dezember | 5,8 °C | 173,9 mm | 29,8 |
Daraus lassen sich drei Regeln ableiten. Der Mai ist der sonnigste und zugleich der trockenste Monat, mit gut sechsmal so viel Sonne wie der Dezember. Der Juli ist der wärmste, aber kein Monat erreicht im Landesmittel 18 °C. Und der Winter ist die nasse Jahreszeit: Jänner, Dezember und Oktober bringen die meisten Niederschläge. Frost gibt es in Schottland im Mittel an 72 Tagen im Jahr.
Highlands und Inseln
In den Highlands und auf den Inseln wird das Wetter noch deutlicher. Die Station Aviemore in den Highlands zählt im Mittel 83,6 Frosttage im Jahr, im Jänner liegt der nächtliche Tiefstwert dort bei −0,6 °C. Dafür ist Aviemore mit 984,9 Millimetern im Jahr vergleichsweise trocken, weil es im Landesinneren liegt.
Auf der Isle of Skye misst die Station Prabost 1.769,1 Millimeter Regen, fast das Zweieinhalbfache von Edinburgh. Der Jänner ist dort mit 208,5 Millimetern der nasseste Monat, der Juni mit 82,2 Millimetern der trockenste. Der Mai bringt auf Skye mit 195,8 Stunden am meisten Sonne. Uns hat Skye im Juli 2022 gleich zweimal nass gemacht: im Fairy Glen mit einem richtigen Guss und bei den Fairy Pools mit Nieselregen, der die Steine am Weg schmierig machte. Willst du an die Westküste und auf die Inseln, plan am besten zwischen Mai und Juni. Mehr dazu unter beste Reisezeit für Schottland, und für Loch Ness findest du dort die Reisetipps.
Was du einpackst
Die Werte führen zu einer klaren Packliste, und wir haben sie auf die harte Tour gelernt: In Oban hatten wir 2022 Jeans an, die danach patschnass waren, im Fairy Glen steckten wir im Outdoor-Gewand, und nichts ging durch. Eine wasserdichte Jacke gehört das ganze Jahr in den Koffer, weil es im Landesmittel an mehr als jedem zweiten Tag regnet. Dazu kommen Lagen statt einer dicken Jacke, weil selbst der Juli im Mittel nur 17,3 °C am Tag erreicht. Beim Military Tattoo im August 2024 saßen wir abends in gefühlt 100 Schichten auf der Tribüne. 😅 Für Wanderungen in den Highlands brauchst du feste, wasserdichte Schuhe, im Winterhalbjahr auch Mütze und Handschuhe, weil es dort in Aviemore im Mittel an 83,6 Tagen im Jahr friert. Eine Sonnenbrille schadet im Mai nicht. Die aktuelle Vorhersage für deinen Reisetag holst du dir beim Met Office, gegen Mücken im Sommer hilft die Seite zu den Midges, und die Details für die Hauptstadt stehen unter Wetter in Edinburgh.



