Als wir im August 2024 oben auf Arthur’s Seat standen, mussten wir unsere Handys gut festhalten, so stark blies der Wind. Unter uns lag die ganze Edinburgh Geschichte auf einen Blick: der alte Vulkan, die Burg auf seinem Rest, dem Castle Rock, und die Stadt, die daraus gewachsen ist. Seit 1437 ist sie Hauptstadt Schottlands. Im 18. Jahrhundert wurde sie ein Zentrum der Aufklärung und baute sich eine zweite, geplante Stadt, heute sind Old Town und New Town Welterbe. Hier erzählen wir dir die wichtigsten Stationen, nachgesehen am 07.10.2026.
Ein Vulkan und eine Festung
Arthur’s Seat und die Klippen sind die Reste eines Vulkans, der vor rund 340 Millionen Jahren ausbrach, der Castle Rock ist ein kleinerer Rest desselben Vulkans. Auf diesem Felsen lebten schon Menschen der späten Bronzezeit, in der Eisenzeit stand dort eine Hügelfestung. Als Din Eidyn taucht der Felsen im Gedicht Y Gododdin auf, das sich auf Ereignisse um 600 n. Chr. beziehen kann. Um 954 bis 963 nahmen die Scots den Angeln das „oppidum Edin“ ab.
Mittelalter: Burg, Kirche, Abtei
Im Mittelalter entstanden die drei Pole der Altstadt. Im Edinburgh Castle starb 1093 Königin Margaret, und die Kapelle, die ihr Sohn David I. ihr zu Ehren baute, ist das älteste Gebäude Edinburghs. David I. gründete 1124 St Giles’ und 1128 die Holyrood Abbey. Er erlaubte dem Abt, Häuser den Grat hinauf zu bauen, so entstanden Canongate und Royal Mile. 1314 holten die Scots die Burg in einem nächtlichen Überfall von den Engländern zurück. Seit 1437 ist Edinburgh die Hauptstadt.
Mauern, Belagerungen und Maria Stuart
Im 15. Jahrhundert stauten die Bewohner:innen einen Bach zum Nor’ Loch, um die Burg zu schützen. Nach der Niederlage bei Flodden 1513 wuchs die Flodden Wall, gebaut in mehreren Phasen bis etwa 1560, mit sechs Toren. 1561 kehrte Maria Stuart nach Edinburgh zurück, 1566 brachte sie in der Burg ihren Sohn James VI. zur Welt. Nach der Lang Siege von 1573 entstand die Half Moon Battery. Kein Ort in Großbritannien wurde öfter belagert als diese Burg.
Kronen, Covenant und Union
1603 wurde James VI. auch König von England, danach kam der Monarch nur noch selten in die Burg. Im Greyfriars Kirkyard wurde 1638 der National Covenant unterzeichnet. 1707 verschmolzen die Königreiche Schottland und England durch die Acts of Union zu Großbritannien, das Parlament in Edinburgh wurde geschlossen. Die schottischen Kronjuwelen wurden weggeschlossen und erst 1818 von Walter Scott wiederentdeckt. Ein Heer der Jakobiten scheiterte 1715 an der Burg.
Aufklärung und New Town
Im 18. Jahrhundert war Edinburgh ein großes Zentrum des Denkens. David Hume und Adam Smith verkehrten in Tavernen und Salons, 1768 erschien hier die erste Encyclopaedia Britannica. Die Altstadt wuchs in die Höhe, auf schmalen Parzellen standen einige der höchsten Häuser ihrer Zeit. Die Antwort war die New Town nach dem Plan von James Craig von 1767, gebaut bis 1890 als Folge von sieben neuen Städten. Den Nor’ Loch hatte man schon 1728 trockenlegen wollen, in den 1820er Jahren geschah es, an seiner Stelle liegen heute die Princes Street Gardens.
Das 19. Jahrhundert
1814 erschien Walter Scotts Roman „Waverley“, und das Tal zwischen Old und New Town heißt bis heute nach ihm. 1824 fegte ein Großbrand durch die Old Town und tötete mindestens zehn Menschen. 1828 erschütterte die Mordserie von Burke und Hare die Stadt. Zwischen 1840 und 1844 entstand das Scott Monument mit 61 m. 1858 folgte der Hund Greyfriars Bobby dem Sarg seines Herrn und blieb bis zu seinem Tod 1872 am Friedhof.
Festivalstadt, Welterbe, Parlament
1947, nach dem Zweiten Weltkrieg, sollte das International Festival Menschen durch Kunst wieder zusammenbringen. Acht ungeladene Theatergruppen kamen dazu, daraus wurde das Fringe, siehe Edinburgh Festival. Seit 1950 gibt es das Tattoo, wir saßen 2024 auf der Tribüne und standen 2025 wieder davor, als die Jubiläumsshow zu 75 Jahren lief und das Fringe die Stadt mit Straßenkunst füllte. 1995 nahm die UNESCO Old Town und New Town als Welterbe auf. Am 1. Juli 1999 eröffnete die Queen das neue schottische Parlament, und 2004 wurde Edinburgh die erste UNESCO City of Literature der Welt.
Zeitleiste
Die wichtigsten Jahreszahlen auf einen Blick.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| um 600 | Din Eidyn im Gedicht Y Gododdin |
| 1093 | Tod von Königin Margaret in der Burg |
| 1124 | Gründung von St Giles’ |
| 1128 | Gründung der Holyrood Abbey |
| 1437 | Edinburgh wird Hauptstadt |
| 1566 | Geburt von James VI. in der Burg |
| 1707 | Acts of Union |
| 1767 | Plan der New Town |
| 1824 | Großbrand in der Old Town |
| 1947 | erstes International Festival und Fringe |
| 1995 | UNESCO-Welterbe |
| 1999 | neues schottisches Parlament |






